Fitnessuhren sind gerade total angesagt – sie versprechen, alles im Blick zu behalten, von deinen Schritten bis hin zu deinem Schlaf. Aber wie zuverlässig ist diese Technik wirklich? Je nach Marke und dem, was du tracken willst, können manche Uhren durchaus gute Arbeit leisten – aber sie sind nicht immer so genau, wie man sich das erhofft.
Schauen wir uns mal genauer an, was deine Uhr alles behauptet und wie realistisch es ist, dass sie dir wirklich die Wahrheit sagt. Außerdem haben wir ein paar alternative Methoden für dich, mit denen du dein Fitnesslevel auch ganz ohne Technik verfolgen kannst.
Seit den Zeiten der Plastik-Schrittzähler sind Schritte das Herzstück von Fitnessuhren – und grundsätzlich machen sie das auch ganz gut. Solange du auf gerader Strecke unterwegs bist, sind die Werte meist recht akkurat. Auf Treppen oder unebenen Wegen kann es aber schon mal zu Fehlmessungen kommen. Und mal ehrlich – wer hat nicht schon mal wild mit den Armen gewedelt, nur um das Tagesziel zu knacken? Studien zeigen, dass viele Fitnessuhren die Schrittzahl um etwa 9 % unterschätzen – also mach dir keinen Stress, wenn du dein Ziel knapp verfehlst.
Ob tägliche Bewegungsziele oder die perfekte Aufzeichnung deiner Laufroute – Fitnessuhren versuchen, dein Training so gut es geht zu tracken. Beim Laufen, Radfahren oder Schwimmen sind sie ziemlich zuverlässig, vor allem wenn GPS mit an Bord ist. In einer vollen Stadt oder im dichten Wald kann das Signal aber schon mal aussetzen. Und wenn du Krafttraining oder Yoga machst, stoßen die Geräte an ihre Grenzen, weil sie für diese Sportarten einfach nicht gemacht sind. Wenn du nur die Trainingszeit im Blick behalten willst, reicht auch die Stoppuhr auf deinem Handy – dann musst du selbst entscheiden, ob sich die Investition lohnt.
Fitnessuhren messen den Puls am Handgelenk mit Lichtsensoren, die den Blutfluss unter der Haut erfassen. Bei ruhigen Aktivitäten oder gleichmäßigem Cardio-Training sind sie ziemlich genau – eine Studie hat eine Fehlerquote von nur ±3 % festgestellt. Bei intensiven Workouts oder Übungen mit schnellen Armbewegungen wird es allerdings ungenau. Falls du exakte Werte willst, sind Brustgurte mit elektrischen Signalen viel präziser. Aber wenn es dir nur um eine grobe Kontrolle deines Pulses geht, sind Handgelenkssensoren völlig in Ordnung.
Schlaftracking gehört zu den beliebtesten Funktionen von Fitnessuhren. Sie schätzen deine Schlafphasen anhand von Bewegungssensoren und Herzfrequenzvariabilität. Während sie allgemeine Schlafmuster recht gut erkennen, haben sie oft Schwierigkeiten, zwischen leichtem Schlaf und kurzen Wachphasen zu unterscheiden. Tief- und REM-Schlaf werden oft über- oder unterschätzt. Wenn du eine wirklich präzise Analyse brauchst, ist eine medizinische Untersuchung wie die Polysomnographie die bessere Wahl. Übrigens, wir haben auch einen Guide für besseren Schlaf – schau da später mal rein!
Fitnessuhren berechnen den Kalorienverbrauch mit Algorithmen, die Faktoren wie Alter, Gewicht, Geschlecht und Aktivitätslevel berücksichtigen. Aber sie lassen individuelle Unterschiede im Stoffwechsel komplett außen vor – das bedeutet, dass die Werte eher eine grobe Orientierung als eine exakte Messung sind. Laut einer Studie kann die Fehlerquote zwischen -21,27 % und +14,76 % liegen. Wenn du also deine Kalorien wirklich genau tracken willst, verlasse dich nicht allein auf die Werte deiner Uhr.
Auch wenn Fitnessuhren nicht immer zu 100% korrekt sind, haben sie einen großen Vorteil: Wer sie trägt, bewegt sich in der Regel mehr! Sie helfen dabei, gute Gewohnheiten zu entwickeln und langfristig aktiver zu bleiben. Das ist ein riesiger Pluspunkt. Aber wenn du medizinisch exakte Daten über deinen Körper brauchst, solltest du eher einen Arzt oder eine Fachkraft zurate ziehen.
Fitnessuhren sind nicht die einzige Möglichkeit, deine Fortschritte zu verfolgen. Je nachdem, was du tracken möchtest, gibt es einige Alternativen, die günstiger, genauer oder einfach besser für dich sein könnten:
Rate of Perceived Exertion (RPE): Bewerte deine Anstrengung auf einer Skala von 1 bis 10 – das hilft dir, dein Training intuitiv anzupassen, ohne auf Technik angewiesen zu sein.
Manuelle Aufzeichnungen: Ein Trainingstagebuch mit Übungen, Sätzen, Wiederholungen, Dauer und deinem Gefühl danach kann genauso aufschlussreich sein wie eine App.
Brustgurte für die Herzfrequenz: Wenn du präzise Werte brauchst, sind Brustgurte die beste Wahl – besonders für Intervalltraining oder Ausdauersport.
Professionelle Analysen: Regelmäßige Check-ins mit einem Trainer oder Sportwissenschaftler liefern dir detaillierte Einblicke in deine Fitness.
Achtsame Selbstbeobachtung: Achte bewusst darauf, wie du dich während und nach dem Training fühlst – dein Körper gibt dir oft die besten Hinweise!
Fitnessuhren sind super, um aktiv zu bleiben und sich zu motivieren, aber sie sind nicht perfekt. Ihre Genauigkeit variiert je nach Funktion und Aktivität. Aber wenn du sie mit anderen Methoden kombinierst, bekommst du ein ziemlich gutes Gesamtbild deiner Fitness. Also probiere einfach ein paar verschiedene Ansätze aus und finde heraus, was für dich am besten funktioniert!
How accurate are wearable fitness trackers? Less than you might think | The Conversation
How accurate are fitness trackers? | Live Science
Brickwood K, Watson G, O’Brien J, Williams A, ‘Consumer-Based Wearable Activity Trackers Increase Physical Activity Participation: Systematic Review and Meta-Analysis’, JMIR Mhealth Uhealth 2019.
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