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Entspanntes Nervensystem: Mehr Wirkung durch Ernährung & Supplements

Entspanntes Nervensystem: Mehr Wirkung durch Ernährung & Supplements

Vielleicht kennst du dieses Gefühl: nicht genug zu sein. Nicht gesund genug. Nicht fit genug. Nicht erfolgreich genug.

Irgendetwas fehlt immer noch. Ein weiteres Produkt, das deine Performance optimieren soll. Eine neue Gewohnheit, um den Alltag besser zu strukturieren. Das nächste Ziel. Die nächste Karrierestufe. Dann, so glauben wir, werden wir endlich ankommen.

Dieses Denkmuster begegnet uns von klein auf. In der Schule lernen wir, Leistungen zu erbringen und bewertet zu werden. Oft entsteht daraus die Überzeugung, dass wir immer noch etwas besser machen müssen, um gut genug zu sein. Und so begegnet uns dieses Denkmuster auch in anderen Lebensbereichen, z.B. Noch härter trainieren. Noch disziplinierter sein. Noch ein Supplement ausprobieren. Noch produktiver werden. Noch ein Ziel erreichen.

Doch was wäre, wenn die Antwort nicht in einem „Mehr“, sondern in einem “Weniger” liegt? Dass dein Körper nicht ständig optimiert werden muss, sondern vor allem eines braucht: Momente von Sicherheit, Ruhe und Entspannung. Denn auch die beste Ernährung und die besten Supplements wirken dann erst optimal, wenn Verdauung und Regeneration gut funktionieren.

Ernährung und Supplements herausholst

Wie Stress und Entspannung die Körperfunktionen steuern

Um zu verstehen, warum Entspannung so entscheidend für Regeneration und Leistungsfähigkeit sind, hier ein Blick auf unser Nervensystem.

Sympathikus vs. Parasympathikus – was ist gerade aktiv? 

Für unsere Stress- und Entspannungsreaktion spielen vor allem zwei Anteile des Nervensystems eine wichtige Rolle: der Sympathikus und der Parasympathikus.

Der Sympathikus ist unser Aktivitäts- und Leistungsmodus, das sogenannte „Fight-or-Flight-System“. Es sorgt dafür, dass wir in herausfordernden Situationen schnell reagieren können. Der Herzschlag steigt, mehr Energie steht zur Verfügung und der Körper wird auf Aktion ausgerichtet.

Der Parasympathikus ist unser Erholungs- und Entspannungsmodus, das sogenannte „Rest-and-Digest-System“. Es steuert die Verdauung, die Regeneration und verschiedene Aufbauprozesse im Körper – wichtige Voraussetzungen für Muskelaufbau und Erholung.

Ein einfaches Bild dafür stammt aus der Evolution: Wenn früher ein Säbelzahntiger vor uns stand, war keine Zeit für Verdauung oder Entspannung. Der Körper musste sofort reagieren – kämpfen oder fliehen. Alles, was nicht unmittelbar zum Überleben beiträgt, wurde in diesem Moment heruntergefahren. 

Das Prinzip wirkt auch heute – doch statt des Säbelzahntigers ist da vielleicht der Chef, der gleich um die Ecke kommen könnte. Oder das Smartphone, über das du ständig erreichbar bist. 

So entsteht schnell ein Zustand, in dem der Körper zwar funktioniert, aber ständig „auf Alarm“ ist. Der ständige Blick aufs Smartphone, oder wenn dir eine Aufgabe immer wieder im Kopf durchgeht, weil du sie noch besser machen oder du noch etwas vergessen haben könntest.

In diesem Zustand liegt der Fokus des Körpers nicht auf Verdauung, Regeneration oder Aufbau, sondern auf Kontrolle.

Und genau hier wird es interessant im Zusammenhang mit Ernährung und Supplements:

Nährstoffe und Supplemente können dann gut verarbeitet werden, wenn sich der Körper in einem Zustand von Ruhe und Sicherheit befindet. Stress reduzieren und Energie steigern beginnt also nicht erst bei dem, was du deinem Körper zuführst, sondern bei dem inneren Zustand, in dem der Körper sich befindet.

Stress als Normalzustand des Körpers?

Viele von uns nehmen Stress als etwas Normales wahr. Laut dem TK-Stressreport 2025 fühlen sich 66 Prozent der Menschen in Deutschland häufig oder zumindest manchmal gestresst, Tendenz steigend. Besonders spannend ist, dass der größte Stressfaktor nicht der Beruf, sondern der hohe Anspruch an uns selbst ist. 61 Prozent der Befragten nennen ihre eigenen Erwartungen als Ursache für ihren Stress.

Diese Zahlen zeigen, wie sehr Stress bereits in unseren Alltag integriert ist, oft ohne dass wir ihn bewusst hinterfragen.

Die Gedanken als Basis: Vom “Ich muss” zum “Ich darf”

Genau hier setzt der Blick nach innen an: bei unseren Gedanken und inneren Glaubenssätzen. Vielleicht kennst du solche Sätze wie: „Ich muss noch einkaufen“, „Ich muss heute noch Sport machen“ oder „Ich muss diesen Artikel fertig schreiben“. Diese Gedanken wirken oft so normal, dass wir sie kaum noch bemerken. Und doch erzeugen sie in uns Druck. 

Vielleicht erkennst du dich darin wieder. Dann kann es hilfreich sein, diese inneren Sätze einmal bewusst aufzuschreiben und wahrzunehmen, wie du mit dir selbst sprichst. Diese kleinen sprachlichen Veränderungen können viel verändern, weil sie nicht nur Gedanken sind – sondern auch beeinflussen, wie dein Nervensystem reagiert.

Kleine Übung: Vom „Ich muss“ zum „Ich darf“

Immer dann, wenn du bemerkst, dass Gedanken wie „Ich muss“, „Ich sollte“ oder „Ich müsste noch …“ auftauchen, kannst du für einen Moment innehalten.

Vielleicht denkst du manchmal: „Ich muss jetzt einkaufen gehen.“ Bevor du losgehst, richte deine Aufmerksamkeit für einen Moment nach innen und mach folgende Übung:

Spüre, wie du gerade sitzt, stehst oder liegst. Nimm die Kontaktpunkte zur Unterlage wahr. Vielleicht magst du sogar die Augen schließen. Dann richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem. Wo kannst du ihn wahrnehmen? In der Nase? Im Brustkorb? Im Bauch? Lass deinen Fokus weiter durch den Körper wandern. Spüre deine Hände. Deine Schultern. Deinen Rücken. Deine Beine. Welche Empfindungen sind gerade da? Vielleicht angenehme Empfindungen. Vielleicht unangenehme. Vielleicht neutrale. Alles darf da sein. Für diesen Moment musst du nichts leisten. Nichts erreichen. Nichts optimieren.

Frage dich anschließend: Was ist jetzt wirklich dran? Brauche ich gerade eine kurze Pause? Möchte ich direkt ins Tun kommen? Oder gibt es gerade etwas Wichtigeres?

Und wenn es weiterhin bei dem ursprünglichen Gedanken bleibt – zum Beispiel „Ich muss jetzt einkaufen gehen“ –, dann versuche, den Satz neu zu formulieren:

„Ich darf mich jetzt um meine Bedürfnisse und die meiner Familie kümmern, damit wir Lebensmittel im Haus haben, die uns gut versorgen.“

Du siehst: Die Aufgabe hat sich nicht verändert. Doch die innere Haltung schon. Vielleicht spürst du bei dem neuen Satz, dass er dich etwas zufriedener und motivierter an die Aufgabe herangehen lässt. 

So führst du deinen Körper in die Entspannung 

Im Kern geht es darum, dein Nervensystem immer wieder bewusst in den parasympathischen Zustand zu begleiten, also in den Teil, der für Ruhe, Regeneration und Aufbau zuständig ist. Und das passiert weniger durch „mehr tun“, sondern vielmehr durch Momente des Seins. Yoga und andere Entspannungstechniken können dabei sehr hilfreich sein, es genügen aber auch immer wieder Impulse im Alltag:

  • Bewusste Atmung
    Nimm dir zwischendurch einen Moment und atme bewusst etwas länger und tiefer aus. Studien zeigen, dass eine verlängerte Ausatmung die Aktivität des Parasympathikus erhöhen und so einen Zustand von mehr Ruhe und Entspannung fördern kann.
  • Langsame Bewegungen
    Versuche, dich im Alltag bewusst etwas langsamer zu bewegen – vielleicht 10 % entschleunigt. Spüre dabei wieder den Kontakt deiner Füße zum Boden oder deinen Körper im Raum.
  • Zurück in den Körper kommen
    Richte deine Aufmerksamkeit immer wieder weg vom Denken und hinein ins Spüren: Was nimmst du gerade körperlich wahr?
  • Stille zulassen
    Erlaube dir kurze Momente ohne Input. Handy weg, Laptop zuklappen, vielleicht sogar für einen Moment die Augen schließen. Auch die Pause zwischen zwei Atemzügen kann ein Raum sein, in dem dein System herunterfährt – wenn du sie wahrnimmst.

Entspannung als Weg zur Intuition

Dieser Artikel lädt dich ein, mal die Perspektive zu wechseln. 

Denn die Frage ist vielleicht nicht: „Wie kann ich noch mehr aus mir herausholen?“ Sondern: „Was brauche ich eigentlich gerade wirklich?“ Höre dabei eher auf deinen Körper, als auf deinen Kopf.

Vielleicht ist die Antwort tatsächlich ein passendes Supplement, das dich in deiner aktuellen Situation unterstützt. Oder ein Shake für Fokus und Energie in deinem herausfordernden Alltag. Vielleicht ist es aber auch etwas ganz anderes: den Laptop für einen Moment zuklappen, das Smartphone zur Seite zu legen, bewusst nach draußen gehen. 

So beginnst du wieder zu spüren, was dir wirklich guttut. Statt jedem Ernährungstrend zu folgen, kann es hilfreich sein, immer wieder innezuhalten und dich ehrlich zu fragen: Brauche ich wirklich das, was gerade alle anderen nutzen? Und: Welches Gefühl habe ich zu diesem Produkt? Fühlt es sich in meinem Körper eher nach einem Ja oder eher nach einem Nein an?

So entsteht Schritt für Schritt eine neue Form von Vertrauen – in deinen Körper, deine Bedürfnisse und deine Intuition. Manchmal macht genau das einen großen Unterschied für dein Lebensgefühl.


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