Als Sportkollegen sind wir immer auf der Suche nach allem, was Proteine enthält. Wir achten darauf, dass wir die Zahlen für den Tag einhalten, wir überprüfen die Makros auf dem Etikett und tippen sie dann in unseren Fitnesstracker ein.

Wenn also eine Whey Protein-Alternative auf den Markt kommt, die behauptet, dem Whey mit einem hohen Proteingehalt und einem beeindruckenden Aminosäureprofil sehr ähnlich zu sein, können wir nicht einfach dasitzen und nichts tun. Wir müssen uns die Fakten ansehen, oder?

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Details von Beef Protein Isolat und schauen, ob es besser ist als das Whey Protein.

 

Ist das Beef Protein besser als das Whey Protein?

Kurz gesagt, Beef Protein Isolat ist nicht besser als Whey Protein. Es enthält im Vergleich zu Whey Protein eine geringere Bioverfügbarkeit und einen geringeren Leucingehalt. Subjektiv betrachtet, schmeckt Whey Protein auch einfach besser und lässt sich mit Milch oder Wasser besser mischen.

 

Beef Protein Isolat

Lass uns das Ganze aber mal von Vorne beginnen. Diejenigen, die Fleisch essen, haben wahrscheinlich schon mal davon gehört, wie viel Protein unser Rindfleisch enthält. Von deiner Spaghetti-Bolonese bis hin zu deinem fettigen Burger ist Rindfleisch überall dabei und hat natürlich einen Platz in vielen unserer Ernährungsgewohnheiten. Was wäre also, wenn wir all dieses Protein extrahieren und zu einem praktischen Pulver verarbeiten könnten? Klingt doch ziemlich gut, oder?

Erst in den letzten Jahren haben wir angefangen, den Anstieg des Beef Protein Isolat zu beobachten, da viele Menschen sich für eine Paläo-Diät entschieden haben und entscheiden.

Dabei handelt es sich um eine Diät, bei der nur Nahrungsmittel verzehrt werden, die den Menschen mutmaßlich während der Altsteinzeit verfügbar waren. Sie wird auch von denjenigen verwendet, die keine Lactoseprodukte zu sich nehmen können.

Damit wollen wir nicht sagen, dass das Beef Protein nur für diejenigen ist, die diese Diät machen. Das Protein wird von unterschiedlichen Menschen konsumiert (außer natürlich von veganen Menschen). Rindfleisch ist von Natur aus reich an Nährstoffen.

Wie wird es denn nun zum Pulver verarbeitet?

Je nachdem, wo du dein Beef Protein kaufst, unterscheiden sich die Fleischstücke, aber was normalerweise passiert, ist, dass das Rindfleisch in großen Fässern gekocht wird. Dabei entsteht eine Flüssigkeit, die Protein und Aminosäuren enthält. Diese wird dann reduziert, um weitere Kohlenhydrate und Fette zu entfernen, so dass eine hohe Proteinkonzentration zurückbleibt. Die Flüssigkeit wird dann getrocknet, wodurch das endgültige Beef Protein Isolat Pulver entsteht.

Beef Protein Isolat Pulver Nährwertangaben (pro 30g ohne Geschmack)

29.1g Protein, 0.45g Fett, 0g Kohlenhydrate, 118 Kalorien

 

Die Probleme von Beef Protein

Beef Protein klingt vielleicht zu gut, um wahr zu sein, höherer Proteingehalt als beim Whey Protein und auch weniger Kohlenhydrate und Fette. Aber gib dein Geld noch nicht für Beef Protein aus, wir tauchen nachfolgend ein wenig tiefer ein als das, was man auf dem Etikett liest.

 

Die Nährwerte

29,1g Eiweiß pro 30g Portion – klingt also erst einmal ziemlich gut. Wichtig zu verstehen ist aber, wie sich das tatsächlich auf deinen Körper auswirkt. Es hängt alles von der Zusammensetzung der Aminosäuren ab, im Wesentlichen vom Leucingehalt. Leucin ist eine Art Aminosäure, die deinem Körper dabei hilft, die Proteinsynthese auszulösen. Man könnte den ganzen Tag nichts anderes essen als Proteine, aber wenn nicht genügend Leucin vorhanden ist, um die Proteinsynthese auszulösen, dann ist es im Grunde genommen einfach nur sinnlos.

Das führt uns zu den Besonderheiten, die wir im Beef Protein finden können. Wie heißt es so schön: Beurteilen ein Buch nie nach seinem Einband. Hier ist ein Vergleich der Aminosäuren, die wir im Beef Protein Isolat und Whey Protein Isolat finden. Denke daran, dass Leucin hier der Schlüssel ist.

 

Beef Isolat

Whey Isolat

Pro 100g

Pro 100g

Alanin

8.8 Alanin

4.7

Arginin

7.3 Arginin

2.1

Asparaginsäure

6.2 Asparaginsäure 11.4
Cystin 0.5 Cystin

2.6

Glutaminsäure

11.3 Glutaminsäure 17.5
Glycin 20.1 Glycin

1.8

Histidin

1.2 Histidin 1.7
Isoleucin 1.7 Isoleucin

6.8

Leucin

3.3 Leucin 10.7
Methionin 1.2 Methionin

2.3

Phenylalanin

2.3 Phenylalanin 3
Prolin 11.1 Prolin

5.9

Serin

3.4 Serin 4.4
Threonin 2.1 Threonin

7

Tryptophan

0.3 Tryptophan 2.1
Tyrosin 0.9 Tyrosin

3

Valin

2.8 Valin

5.4

 

 

Mit fast der 3-fachen Menge an Leucin steht das Whey Protein Isolat hier an erster Stelle. Unabhängig davon, dass es einen geringeren Proteingehalt hat, ist seine Fähigkeit, die Proteinsynthese auszulösen, um bei der Regeneration und dem Erhalt der Muskelmasse zu helfen, unübertroffen und gegenüber dem Beef Protein Isolat vorteilhafter.

 

Geschmack und Mischbarkeit

Der Geschmack ist sehr subjektiv zu betrachten. Manche Dinge mag man, und manche nicht. Wenn wir jedoch das Whey Protein Isolat mit dem Beef Protein Isolat vergleichen, gibt es einen klaren Gewinner. Das Whey Protein Isolat steht immer an erster Stelle. Viele Menschen entscheiden sich für ein Whey Protein auf Grund seines cremigen Geschmacks und der Tatsache, dass es sich leicht mit Wasser oder Milch mischen lässt. Beef Protein Isolat hingegen hat, sofern es nicht durch Süßstoffe und Zucker überdeckt wird, einen sehr speziellen Geschmack, den man im Vergleich zu anderen, als den nicht gerade angenehmsten Geschmack bezeichnen kann.

Leider lässt sich das Beef Protein Isolat auch nicht so gut mischen wie das Whey Protein Isolat. Das spielt keine große Rolle, wenn du deinen Shake in einem Mixer mischst, aber wenn du das Pulver einfach mit Wasser oder Milch in einen Shaker gibst und schüttelst, erhälst du wahrscheinlich viele Klumpen, sodass der Shake nicht richtig gemischt werden kann und sich nicht vollständig auflöst. Das erschwert den Verzehr und macht es auch nicht zu einem leckeren Shake. Das Ganze sorgt dann einfach nur für ein unangehemes Erlebnis.

 

Die Bioverfügbarkeit

Die Bioverfügbarkeit ist der Prozentsatz, der Aufschluss darüber gibt, wie viel von unserem Körper aus bestimmten Proteinquellen aufgenommen wird. Allein aufgrund unseres eigenen Körperaufbaus kann unser Körper bestimmte Proteine besser und schneller verarbeiten als andere. Wenn du also z.B. 25g Protein durch einen Shake konsumierst (je nachdem, was für ein Shake es ist), wirst du höchstwahrscheinlich nicht die vollen 25g verarbeiten. Wie zuvor schon gesagt, hängt der Prozentsatz von dem Protein ab, das du tatsächlich zu dir nimmst. Es ist wichtig, dass du das verstehst, damit du auf der Grundlage dessen entscheiden kannst, aus welchen Quellen du deine Proteine hernehmen möchtest.

Nachfolgend findest du eine Tabelle mit einigen der beliebtesten Proteinquellen und ihrer Bioverfügbarkeit.

 

Proteinquelle Bioverfügbarkeitsindex
Whey Protein Isolat Mischung

100-159

Whey Konzentrat

104

Ganzes Ei

100

Kuhmilch

91

Eiweiß (von einem Ei)

88

Fisch

83

Rindfleisch

80

Hähnchen

79

Casein

77

Reis

74

Soja

59

Weizen

54

Bohnen

49

Erdnüsse

43

 

Wie du aus den Tabellen entnehmen kannst, enthält Beef Protein Isolat nicht nur einen geringeren Leucingehalt als Whey Protein Isolat, unser Körper kann nämlich auch mehr Whey Protein Isolat verarbeiten und aufnehmen als Rindfleisch. So langsam ergibt sich ein Ergebnis für die zu Beginn gestellte Frage.

 

Das Rindfleisch

Eines der Probleme, das viele Menschen mit Beef Protein Isolat haben, ist die Frage, woher das Fleisch eigentlich kommt. Einige Artikel deuten darauf hin, dass überhaupt kein Fleisch verwendet wird, Stattdessen sollen angeblich die „Reste“ von Rindfleisch verwendet werden, z.B. Knochen, Hufen, Bänder, Häute, Ohren und andere Nebenprodukte, die dann eingekocht werden, um das Beef Protein Isolat ohne echte Fleischstücke herzustellen. Wir sagen nicht, dass das wahr ist, es ist eine Spekulation, die in den Raum geworfen wurde. Aber man sollte sich Gedanken darüber machen, was man wirklich konsumiert, denn wer weiß, was da wirklich drin ist. Das Whey Protein hingegen wird aus Milch hergestellt. Milch ist eben Milch. Es gibt keine schlechten Teilstücke, ob aus biologischem Anbau, aus Freilandhaltung oder nicht, es ist immer noch Milch. Du weißt also genau, was du bekommst.

 

 

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